Was ist denn da nur los? Nach gefühlt einer Ewigkeit, greif ich mal wieder zu Maus und Tastatur, um einen Blogeintrag zu schreiben. Dabei mangelte es laut Kalender nicht an der Zeit. Viel mehr war ich beschäftigt mit Nixtun. Naja so ganz entspricht das natürlich nicht der Wahrheit, aber wenn man sich meinen Arbeitsalltag im April anschaut, dann hatte ich wenn es hochkommt alle zwei Tage einen Termin, relativ entspannt also.

Da fällt mir ein, dass ich von den Projekten im März noch gar nichts geschrieben habe… dann gibt es wohl zwei Möglichkeiten: Entweder wird das ein Monstertext, oder ich mache einen schnellen Überblick. Lassen wir uns überraschen.

Wir springen also zurück zum 1. März. Ich stieg aus dem Flugzeug in Frankfurt und wusste, dass wenn ich es nicht geschafft habe den Jetlag durch die geplanten Schlafzeiten zu verhindern, die nächsten Tage der Horror werden. Ich war Mittwochs gelandet, war Donnerstags im Büro und am Freitag morgen um 4:30Uhr ging es bereits zum nächsten Dreh an den Chiemsee. Ein langer Tag mit viel Fahrerei und alles im Allem ein ziemliches Kontrastprogramm zu Costa Rica. Nicht nur das Land und das Wetter waren plötzlich anders, sondern viel mehr der Content. Plötzlich ging es nicht mehr um Tiere und Menschen, sondern um ein Logistiksystem, Gabelstapler und Lagerhallen. Ein spannender Switch. Gedreht habe ich da das erste Mal auf meiner Sony a7s und ich war froh, dass ich die 2 Wochen in Costa Rica damit gedreht habe, so war der Workflow und die Einstellungen alle sofort parat. Abends gegen 20:00Uhr war ich wieder daheim, räumt das gröbste auf und fiel ins Bett. Allerdings fühlte es sich nicht nach Jetlag an, sondern nach normaler Müdigkeit nach einem langen Drehtag. Ein Hoffnungsschimmer.

Das Wochenende war relativ ruhig. Am Montag wiederholte sich der Freitag. Um 5:00Uhr stieg ich in den Mietwagen und machte mich auf den Weg Richtung Schweiz. Mit meinen Kollegen Johannes und Andi ging es runter Richtung Bern und weiter. Dort wartete der nächste Dreh. Drei Monate nach dem Locationscouting waren wir zurück am Thunersee und dem Lötschbergtunnel. Ein recht enger Zeitplan war uns gesteckt, da wir mit insgesamt 3 Unternehmen zusammenarbeiteten und jeder noch anderes zu tun hatte als unseren Dreh. Als wir am Montagmorgen in Zürich die Technik beim Verleiher holten, wartete die erste Überraschung auf uns. Ein paar unserer gebuchten Optiken waren noch mit der Post unterwegs und nicht verfügbar. Nach verschiedenen Überlegungen was wir machen können, lief es darauf hinaus, dass wir statt die CP2 von Zeiss, die Ultra Primes von Arri bekamen und uns das wichtige Makroobjektiv, an das eine Fahrstunde entfernte Hotel, nachgeliefert wurde. Damit steigerten wir den mitgeführten Warenwert unserer Technik um ca. 90.000€. Verrückt!!!

Gedreht haben wir zwei Tage, davon verbrachten wir ungefähr 6h im Tunnel. 800m im Bergmassiv des Lötschberg. Sehr spannend und gleichzeitig ein nicht greifbares Gefühl, wenn man an der einen Stelle den offenen Felsen in 800m tiefe sieht. Damit waren die ersten 6 vollen Tage nach Costa Rica vorbei. Kein Jetlag, kein Ausfall. Ich war glücklich, dass alles geklappt hat und die geplanten Schlafzeiten auf der Rückreise aus Costa Rica funktioniert haben. Kein Jetlag nach 16 Tagen 7h hinter der deutschen Zeit. Kann man mal machen!

Es folgten ein paar Bürotage, an denen ich meine Koffer auspackte, alles was liegen geblieben war aufarbeitete und ein Musikvideo cuttete, welches ein Jahr auf der Festplatte schlummerte.

Ein Wochenende später stand der nächste Dreh an. Die Magazinsendung Wertsache von BW family TV wurde gedreht und geschnitten. Vier Tage war ich dafür gebucht. Wiederum ein Wochenende später packte ich erneut meine Koffer für die Schweiz. Wieder war ich für vier Tage gebucht. Wir drehten eine siebenteilige Serie mit Herbert Blomstedt, einem weltbekannten Dirigenten und zweifachen Grammygewinner, der mit 90 Jahren, pro Jahr noch knapp 100 Konzerte aufführt. Unglaublich dieser Mann, eine wahre Inspiration. Nicht nur das was er erreicht hat, sondern viel mehr der Sachverstand, die bodenständige Art und sein einfaches Leben in der Schweiz, begeisterte mich jeden Tag mehr.

Damit ist der März rum und den vielen Drehtagen folgte ein sehr leerer Kalender im April. Jetzt sind wir da, wohin ich mit der Überschrift gehen wollte.

Also ich im Februar in meinen Kalender schaute, sah ich einen Dreh nach dem anderen. Ich war richtig froh, es lief! Als Selbstständiger ist das ein wirklich gutes Gefühl. Volle Auftragsbücher können sehr viel verändern. Genauso können es leere Seiten im Kalender, wie es im April bei mir der Fall war. Da ein kurzer EB Dreh aufgrund des plötzlichen Schneefalls auch noch ausfiel, blieben im April, alles in Allem, lediglich sieben Tage, an denen ich gearbeitet habe. Vielleicht sind nun einige überrascht und erschrocken. Ehrlich gesagt war ich es gerade auch, als ich mal so genau nachgezählt habe. Ja, sieben Tage sind echt nicht viel und es fällt in diesem Moment schwer gute Laune zu haben, vorallem wenn man sich die eingehenden Rechnungen jeden Monat anschaut. Armut gelitten habe ich nicht, dennoch fällt man in ein kleines Loch. Ich war froh, als Mitte April wieder der alljährliche Kongress anstand, bei dem ich ehrenamtlich die Audiolivetechnik betreue. Da kommt man auf andere Gedanken und hat zu tun. Auch davor und danach saß ich zu Hause nicht immer auf der faulen Haut rum. Mit Johannes startet ich unseren Podcast Setfunk 5, der gestern mit der fünften Episode erschienen ist. Das macht richtig Spaß und ich bin froh das war das gestartet haben, so bliebt man selbst Uptodate und kann sich regelmäßig über aktuelle Projekt, Branchen- und Techniknews austauschen.

Naja und sonst habe ich alles mögliche private mal wieder ausführlich auf Vordermann gebracht. Die Steuererklärung stand noch an, einiges musste generell noch organisiert werden, da ich nach dem Sommer wo anders wohnen werde etc., ihr seht schon es sammelt sich. Trotz der ganzen Beschäftigung, blieb das schlechte Gewissen, dass man gerade nicht arbeitet. Man fängt an zu zweifeln, da bin ich ein Spezialist drinne, obwohl ich eigentlich überzeugt von der Selbstständigkeit bin und es sehr genieße diese Freiheit haben zu können und davon zu leben. Nun ja man zweifelt eben trotzdem, wenn es über mehrere Wochen keine Aussicht auf Besserung gibt… manche Menschen in meinem näheren Umfeld finden das glaub ziemlich anstrengend. Umso mehr freut man sich dann, wenn aus dem nichts ein neues Projekt auftaucht. Mal wieder ins Ausland soll es gehen. Diesmal im Sommer für 11 Tage. Wir sind noch dabei die letzten Details zu klären und deshalb erzähl ich hier mal noch nicht soviel. Wenn das allerdings klappt, werde ich von dort, direkt zum nächsten Job fliegen. Auch im Ausland, dann in Spanien, für 6 Tage. Das zweite Projekt ist schon fix. Dort werde ich mit einem Team einen großen Kongress dokumentieren und jeden Tag Highlightvideos produzieren. Vielleicht bleibt ja noch etwas Zeit für Sonne, Strand und Meer, Valencia soll schön sein. Auch für die nähere Zukunft, sprich die nächsten Wochen sind wieder Projekte am Start und nach einem ruhigen April, den ich vielleicht auch einfach zum Ausruhen geschenkt bekommen habe, geht es wieder frisch und motiviert weiter!

Wer also noch einen Film braucht oder mich als Personal irgendwo gebrauchen kann, ich bin sowas von bereit! Ein paar Tage sind im Kalender noch frei!

Cheers, Simon

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Mein aktuelles Kameraequipment:

Sony a7s (Nachfolger a7s II)*

Walimex 24mm/1.5*

Walimex 50mm/1.5*

Sony SAL35/1.8*

Sony SAL70200/2.8*

Sony SELP24-105G/4*

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DIE LINKS MIT DEM KLEINEN * AM ENDE SIND SOGENANNTE “AFFILIATE LINKS”. BEI DIESEN BEKOMME ICH EINE PROVISION FÜR JEDEN KAUF. FÜR EUCH ENTSTEHEN DADURCH NATÜRLICH KEINE MEHRKOSTEN. IHR DÜRFT DIE PRODUKTE ABER SELBSTVERSTÄNDLICH AUCH WO ANDERS KAUFEN.