Mel Gibson hat es mal wieder getan. 10 Jahre nach seinem letzten Film als Regisseur, bringt der Schauspieler, Produzent und eben Regisseur einen neuen Film auf die Leinwand der es in sich hat, in vielerlei Hinsicht. Doch alles der Reihe nach.

Hacksaw Ridge erzählt die wahre Geschichte des jungen Amerikaners Desmond Doss. Desmond Doss ist Siebenten-Tags-Adventist. Die Siebenten-Tags-Adventisten sind eine protestantische Freikirche, die sich in markanten Punkten von den bekannten großen Kirchen unterscheidet. Sie halten den Sabbat (Samstag), der von Gott als Ruhetag geschaffen wurde, sie essen nur reines oder oft auch kein Fleisch und sie halten die 10 Gebote Gottes nicht aus Pflichtbewusstsein, weil man es eben tun muss als Christ, sondern, weil sie es als eine freudige Überzeugung der Nachfolger Jesu sehen. Neben diesen 3 Prinzipien gibt es noch einige andere, doch für die letzten beiden ist Desmond Doss und die Adventisten bekannt geworden. Die klare Linie im Bezug auf die 10 Gebote und die Sabbathaltung.

Desmod Doss sieht es als seine Pflicht während des 2. Weltkrieges seinen Dienst als Mitglied der amerikanischen Streitkräfte zu leisten. Allerdings wird er dafür seine Prinzipen nicht aufgeben. Er wird keine Waffe anrühren und am Sabbat wird er keinen Dienst leisten. Doss kämpft für seine Überzeugungen und wird dafür sogar vor das oberste Militärgericht gestellt. Doch es wird ihm tatsächlich gestatten ohne Waffe in den Krieg zu ziehen. Doss wird, wie er es geplant hat Feldsanitäter. In mitten der, im Film überaus blutrünstig dargestellten, Gefechte, ist es Doss, der einen verwundeten Kameraden nach dem anderen an die Kante des Hacksaw Ridge zieht, schleppt oder trägt, um ihn an einem Seil in Sicherheit zu bringen. Doss wird der Lebensretter der Kompanie und als der entscheidende Kampf ansteht, möchte keiner der Soldaten ohne Doss ins Gefecht ziehen. Auch dann nicht, wenn man wegen des Gebetes von Doss, den Angriff nach hinten schieben muss.

Hacksaw Ridge ist ein Film, in dem Mel Gibson, anhand des Dienstes von Desmond Doss, sehr eindrücklich erzählt, was es heißt für seine Prinzipien und seinen Glauben standhaft einzustehen. Bis Doss am Ende vor dem Militärgericht steht, geht er einen schmerzhaften Weg. Seine Kameraden verspotten ihn, verprügeln ihn und sein Kompanieführer versucht mit allen Mitteln Doss zu vertreiben. Doch Doss bleibt. Er bleibt, bis er schlussendlich ohne Waffe in den Krieg ziehen darf. Neben den persönlichen Schmerzen, denen Doss ausgesetzt wird, kommt ein weiterer nicht zu vernachlässigender Punkt zum Vorschein. All die grausamen Bilder des Schlachfeldes brennen sich ein und verfolgen einen bis in die Träume. Das erlebt nicht nur Doss, sondern auch der Zuschauer. Mel Gibson hat einen Hang zu Blutrünstigkeit und das sieht, hört und erlebt man als Zuschauer schonungslos mit. Offene und klaffende Wunden, unzählige tote Körper und abgetrennte Körperteile, eine Explosion folgt der Nächsten Mel Gibson verschont den Zuschauer nicht. Ganz im Gegenteil, er tut alles, dass der Zuschauer das alles nachempfinden kann. Für mich persönlich ist es ein Tick zu viel. Der Film und vorallem die Einzigartigkeit der Handlung, braucht keine übermäßige Dramatisierung durch Blut und Tod. In dem Film gibt es keine Bettszene, kein verzweifeltes Saufgelage und auch keine hemmungslose Party. Allein der Fakt, was es bedeutet ohne Waffe in den Krieg zu ziehen mit dem Gedanken Leben zu retten, statt Leben zu nehmen, bringt Spannung, Drama und Nervenkitzel mit sich. Der Zuschauer hat Grund zum schmunzeln, er wird erschrocken sein von der schonungslosen Härte des Krieges und er wird beindruckt von der Standhaftigkeit eines überzeugten Christen, dessen Treue zu Gott viele Menschenleben gerettet hat.

Der Film ist sicher nicht in den klassischen Mainstream einzuordnen. Hacksaw Ridge überzeugt hauptsächlich deshalb, weil der Gedanke daran, dass die Geschichte von Desmond Doss wahr ist, unglaublich beeindruckend ist und die eigenen Prinzipien und Überzeugungen in Frage stellt. Wie weit würde ich gehen?

Doch die 5 Oscar Nominierungen kommen nicht nur aufgrund der Handlung, sondern, hauptsächlich wegen der Handwerkskunst hinter dem Filmes. Neben Mel Gibson der zwar blutrünstig aber definitiv glaubwürdig inszeniert, schafft es Andrew Garfield mit gekonnter Mimik und einem ergreifenden Spiel den Zuschauer mit zu nehmen an die japanische Bergkette Hacksaw Ridge. Beste Regie, bester Schauspieler, bester Schnitt, bester Film, bester Tonschnitt und beste Tonmischung machen Hacksaw Ridge zu einem Film der Oberklasse, was meiner Meinung nach gerechtfertig ist.

Aufgrund der für mich zu blutrünstigen Darstellungen, gebe ich Hacksaw Ridge 8,5 von 10 Punkten.

Dann schnell mal ein Kino suchen, wo der Film läuft, dass ist nämlich nicht überall der Fall, oder einfach die DVD/BluRay vorbestellen.

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Website: http://www.desmonddoss.de

Reportage über Desmond Doss: 30min Reportage

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Cheers Simon