Im Herbst 2014 war alles wurscht, zumindest vor der Kamera. Wir drehten bei einem Metzger. Wie es dazu kam gibt es heute im TBT Blog.

Blog TBT Part 2:

„Ist mir wurscht“ entwickelte sich gestern am Set zum RunningGag. Im Grunde ist es eine alltägliche Floskel. Wenn man allerdings gerade einen Werbefilm für eine Metzgerei dreht, gewinnen diese drei Worte an neuer Bedeutung. Unsere Gespräche am Set liefen also im Grunde wie folgt ab. „blablabla blablabla“, „Ist mir wurscht“, „Haha er hat Wurst gesagt“. Spaß war uns also garantiert.

Der Werbefilm drehte sich aber nicht direkt um die Metzgerei im Allgemeinen, sondern um eine besondere Idee des Metzgers. Ein Wurstautomat.

Ein Automat, der statt Snickers, Mars und sonstigem Süßkram, Wurst und Fleisch ausspuckt und das 365 Tage im Jahr, 24h am Tag. Das Geschäft läuft, der Laden bzw. Automat brumm. Was es nicht alles gibt.

Wie kommt man an so einen verrückten Werbeauftrag? Diese Frage wird immer ziemlich schnell gestellt, wenn ich von einem Projekt erzähle. In diesem Fall hängt alles mit der Abschlussproduktion von Johannes und mir zusammen. Gemeinsam machen wir einen 15minütigen Kurzfilm, welcher finanziert werden muss. Wir zwei stecken selbst einiges an Geld rein, allerdings suchen wir auch Sponsoren. Die Metzgerei ist einer davon. An jedem Drehtag bekommen wir eine warme Mahlzeit geliefert. Im Gegenzug zur Unterstützung gibt es verschiedene Möglichkeiten dem Unternehmen unseren Dank auszudrücken. In diesem Fall bekommt die Metzgerei neben der Logoplatzierung im Abspann einen kleinen Werbefilm für den Automaten. Diese Deals werden individuell ausgehandelt. Für uns ist eine gute Möglichkeit unsere Fähigkeiten weiter zu entwickeln und wir bekommen ein Sponsoring. Für unseren Sponsor gibt es mehr Reichweite und einen kleine Werbefilm, eine klassische Win-Win Situation, perfekt!

Johannes, Junus unser Regisseur, und ich fahren also gestern über die Autobahn zur Metzgerei. Stau und Regen… worstcase. Der Zeitplan war im Eimer und das Wetter für einen Außendreh nicht ganz so optimal. Bis wir angekommen waren, hatte der Regen aufgehört und zeitlich waren wir gar nicht so schlecht unterwegs.

Wir luden also aus, bauten Licht auf und fuhren ein paar Beauties am Automaten ab. Da die Scheibe des Automaten ziemlich krass spiegelte und wir keinen Molton dabei hatten, mussten unsere Jacken also Cache herhalten. Man merke sich als Filmemache: Dunkle Jacken retten leben. Ok, ganz so krass ist es nicht, aber meine dunkelgraue (leise) Jacke hat mir nicht nur einmal schon das Bild oder den Ton gerettet. Gut investiertes Geld also.

Als nächstes stand auf dem Plan, dass der Kaufvorgang aufgenommen wird. Geld einwerfen, die Nummer eintippen und wie die Ware rausgegeben wird. Schön im Bild, die Nummer 35, doch was macht unsere Chief-Automaten-Operator Johannes… bleibt zu lange auf der 3, sodass die 33 angewählt wird und alles am Bildrand passiert. Nunja kommt vor und da wir den Schlüssel für den Automaten hatten, war das nicht so schlimm. Beim zweiten Take bliebt die Ware hängen, dann fuhr ein Auto in der Spiegelung vorbei. 6 Takes haben wir gebraucht bis das im Kasten war. Danach wurde die Theke noch etwas abgeschwenkt, eine Interviewszene geleuchtet und gefilmt. Abgedreht. Wenn man aber grad schon beim Metzger ist, isst man auch beim Metzger.

Unser Regisseur, der sich nicht zwischen Fleisch oder Wurst entscheiden konnte, fragte kurzerhand die Verkäuferin, ob es dann auch was ohne Fleisch gäbe… ernsthaft beim Metzger??? Naja, Kartoffelsalat und Nudelsalat gabs auch im Angebot. Und der Nudelsalat, welchen ich dann auch dem Fleisch vorzog war ein Genuss. Japp, der war lecker.

Solche kleinen Drehs sind immer die beste Gelegenheit sich selbst weiter zu entwickeln. Mit wenigen Mitteln ist man gezwungen ein tolles Ergebnis zu liefern, was kann einem besseres passieren!

Cheers, Simon.


Mit diesem Equipment haben wir gedreht:

Canon 6D

Walimex VDSLR Allstar Set EF

Konova K2 Slider 120cm

Sennheiser EW112 / E-Band

Kinoflo 4bank 4ft