Es war im November 2014 als ein spannender Dreh anstand. Erst jetzt habe ich verstanden, warum ich diesen dreh so spanend fand … es ging unter anderem um Flugzeuge, aber lest selbst.

Mein letzter Dreh in diesem Jahr war nochmal ein Highlight. Zum Einen, weil ich mit meinem Dozenten auf Dreh war, was ich schon seit Anfang an gerne machen wollte, da ich ihn sehr schätze und viel von ihm gelernt habe. Das Zweite erkläre ich später… ich fang mal vorne an.

Aus dem Kurs unter mir habe ich mitbekommen, dass unser Kamera und Licht Dozent für zwei Tage als Kameramann auf Dreh geht und noch einen Kameraassistenten (Kameraassi) sucht. Nun ja und da ich wie gesagt schon längers mit ihm mal drehen wollte, hab ich ihm geschrieben und mich als Kameraassi angeboten. Er nahm das Angebot dankend an und so ging es am Donnerstagmorgen in eine Grundschule in Hessen für die Szenen des ersten Handlungsstranges.

Der Kurzfilm handelt von Vorurteilen und Rassismus. In der Schule wurden einige Einstellungen mit den rund 90 1. und 2. Klässlern gedreht. Was anfangs ein große Herausforderung zu sein schien, wurde schnell zu einem großen Spaß. Sie tanzten auf  Kommando über den Schulhof, rannten mit unserem Hauptdarsteller über den Flur und schaut neugierig auf die Tafel. 4h waren wir mit den Schülern beschäftigt und arbeiten gemeinsam mit ihnen als wäre es das selbstverständlichste in der Welt, dass ein Filmteam an die Schule kommt und einen Film dreht … genial! Nachdem die Schüler alle zuhause waren, kam der Teil des Handlungsstrangs, welcher von Seiten des Jugendschutzgesetzes nicht mit den Kindern am Set gedreht wurden durfte. Es wurde blutig. Dieser Handlungstrang erzählt nämlich von einem Lehrer, der scheinbar friedlich in die Schule kommt, dann aber im Klassenzimmer ein Blutbad anrichtet und seinem Leben selbst ein Ende setzt. Für mich der erste Dreh mit blutigem Inhalt und es war sehr spannend unseren Regisseur im Gespräch mit dem Darsteller zu sehen. Der Schauspieler war echt authentisch und die Maske gab das übrige dazu. Die Szene wirkte erschreckend echt. Besonders wenn man nur auf den Monitorschaute. Man merkte die Anspannung im Team. Jeder wusste, dass es Spiel ist und doch war es irgendwie ein seltsames Gefühl, wenn die Kamera lief. Der Drehtag war vorbei, das Blut verschwunden, die Technik wurde eingepackt.

Der zweite Drehtag kündigte sich schon in den Mails vor dem Dreh groß an. Wir drehen im Flugzeug und am Flughafen. Im Flugzeug? Sehr cool! Ein Ausstellungstück im Technikmuseum öffnete für uns die sonst verschlossenen Tore. Eine alte unbeheizte Air Inter Maschine (Typ Mercure von Dassault Aviation) mit rund 150 Sitzen war unser zu Hause für die kommenden Stunden. Wir richteten unser Set ein, bauten die Scheinwerfer auf und warteten auf die Komparsen, die artig unten an der Wendeltreppe mit ihren Koffern standen und auf unser Zeichen warteten. Ein amüsanter Anblick. Mitten im Museum stehen 60 Leute mit Sack und Pack als würden sie gleich in den Urlaub fliegen. Sie wurden rein gebeten, die Plätze wurden zugeteilt und langsam wurde es wärmer im Flugzeug. Auf beengtem Raum zwischen den Sitzbänken setzten wir Makroshots, Sliderfahrten  und statische Einstellungen um. Im Anschluss gings an den Flughafen in Frankfurt…taadaa wir drehen am größten Flughafen Deutschlands … wer hätte das gedacht. Unglaublich! Genau unter der großen Anzeigetafel an Terminal 1 baute ich die Kamera auf, wechselte die Optik und tat eben das, was ein Kameraassistent so macht, nur halt unter der Anzeigetafel im Terminal eins wo tausende Menschen gerade in alle Welt fliegen oder aus aller Welt ankommen. Verrückt. Die Arbeit mit meinem Dozent hat mega Spaß gemacht und auch sonst was das Team wieder grandios! Wir haben viel gelacht, die Schauspieler hatte genau so Spaß wie wir als Crew und am Ende haben wir tatsächlich alle mit am Flughafen noch für den Abspann eine Tanzsession hingelegt. Ja, das war der letzte Dreh in diesem Jahr … für mich nochmal ein gelungener Abschluss. Jetzt geht es in großen Schritten Richtung Kurzfilmdreh im Januar.

Das waren also die zwei Drehtage im November 2014,.Für mich ist so ein TBT super interessant, da der Blog für mich tatsächlich zum Arbeitstagebuch geworden ist und ich so einen Einblick in meine Denkweise und Arbeitsweise im Verlauf meiner bisherigen beruflichen Laufbahn bekomme. Der zweite Handlungsstrang hat übringes von einem Mann aus dem nahen Osten erzählt der friedlich im Flugzeug sitzt und wegen Flugangst etwas unruhig ist. Alle um ihn herum denken er wäre ein Terrorist. Am Ende löst sich auf, dass es genau anders herum war mit dem Lehre rund dem Mann. Der scheinbar friedliche ist der Böse und der scheinbar böse ist der friedliche. Vorurteile und ihre Auswirkung, eigentlich eine traurige Geschichte.

Und Flugzeuge sind schon was Tolles! Im Sommer 2016 war ich wieder in dem Technikmuseum und habe das Flugzeug nochmal angeschaut, dieses Mal leider hinter verschlossenen Türen.

Cheers, Simon

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